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Schild- und Nebenschilddrüsen

Schilddrüsenvergrösserungen (Struma) oder -knoten (Struma nodosa, Struma multinodosa) sind häufig und nicht selten ein Zufallsbefund bei anderweitigen Abklärungen (wie bspw. einem Ultraschall der Halsgefässe oder einer Computertomographie der Lungen). Die Weiterabklärung dient dem Zweck, potenziell bösartige Schilddrüsenknoten (Schilddrüsenkrebs) oder solche, die Komplikationen nach sich ziehen können (z. B. eine Einengung der Luftröhre oder eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), bspw. bei einem Schilddrüsenadenom) rechtzeitig erkennen und behandeln zu können. Sowohl diese Abklärungen, üblicherweise mit Ultraschall und Feinnadelpunktion, als auch die Schilddrüsenchirurgie (Thyreoidektomie) sind ein Spezialgebiet unserer Praxis HalsGesichtsChirurgie Zürich. Eng mit derjenigen der Schilddrüse verwandt ist die Nebenschilddrüsenchirurgie (Parathyreoidektomie), welche üblicherweise bei der Nebenschilddrüsenüberfunktion (primärer Hyperparathyreoidismus), die zu erhöhten Calcium-Spiegeln (Hyperkalzämie) im Blut führt, zur Entfernung des ursächlichen Nebenschilddrüsenadenoms zur Anwendung kommt.

Diagnostik

Die Hauptpfeiler der Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen sind die Blutentnahme mit Bestimmung der Schilddrüsenwerte sowie die Ultraschalluntersuchung des Halses. In vielen Fällen finden diese Schritte bereits bei Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt oder bei der Endokrinologin/dem Endokrinologen (Hormonspezialist/-in) statt. Zeigt die Ultraschalluntersuchung abklärungsbedürftige Schilddrüsenknoten, werden diese mit einer ultraschallgesteuerten Feinnadelpunktion (FNP) weiter untersucht. Diese FNP, welche schmerz- und komplikationsarm die Entnahme von Zellen aus der Schilddrüse ermöglicht, kann direkt während Ihrer Erstkonsultation erfolgen. Nach einer standardisierten Auswertung im Zytologie-Labor sind die Ergebnisse in der Regel bereits nach wenigen Arbeitstagen zur Besprechung des weiteren Vorgehens verfügbar. Zur Abklärung vor einer Schild- und Nebenschilddrüsenoperation gehört typischerweise auch eine Laryngoskopie (Endoskopie, Kehlkopfspiegelung) zur Beurteilung der Stimmlippenbeweglichkeit. Weitere Bilgebungen (Szintigraphie mit Frage nach Schilddrüsenautonomie oder Schilddrüsenadenom, MR etc.) sind bei speziellen Fragestellungen indiziert und werden bei Bedarf bei unseren Kollaborationspartnern angemeldet.

Die Abklärung einer Nebenschilddrüsenüberfunktion (primärer Hyperparathyreoidismus), welche aufgrund der erhöhten Calcium-Spiegel im Blut unter anderem zu Osteoporose oder Steinleiden führen kann, erfolgt in aller Regel durch die Endokrinologinnen und Endokrinologen. Ist eine Operation (Parathyreoidektomie) indiziert, wird üblicherweise nach der sogenannten «Lokalisationsdiagnostik», in welcher mit speziellen radiologisch-nuklearmedizinischen Methoden die überfunktionierende Nebenschilddrüse (Nebenschilddrüsenadenom) identifiziert wird, eine Zuweisung zu uns zur Planung der Operation vorgenommen.

Behandlung

Es existieren drei Typen von Schilddrüsenoperationen: Eine Hemithyreoidektomie (Entfernung eines Schilddrüsenlappens, Lobektomie), eine totale Thyreoidektomie (Totalentfernung beider Schilddrüsenlappen) sowie in ausgewählten Fällen eine Isthmektomie (Entfernung des Mittelteils der Schilddrüse über der Luftröhre). Wir führen all diese Thyreoidektomien und auch die Nebenschilddrüsenoperationen (Parathyreoidektomien) standardisiert, routinemässig und immer mit dem sogenannten Recurrensmonitoring (intraoperatives Neuromonitoring zur Überwachung der Stimmnerven) durch. Hierfür ist normalerweise ein Spitalaufenthalt von 2 Nächten notwendig.


Üblicherweise erfolgt der Eingriff über einen kleinen Schnitt am Hals in einer Hautfalte, der schon wenige Wochen nach der Operation häufig kaum noch sichtbar ist. Eine einseitige Schwäche des Stimmnervens mit Heiserkeit ist bei der standardisierten und routinemässig durchgeführten Schilddrüsenoperation glücklicherweise sehr selten und weist eine gute Chance auf eine Erholung innert einiger Wochen auf. Im Zeitalter des intraoperativen Neuromonitorings (Recurrensmonitoring) kommt eine beidseitige Lähmung des Stimmnervens mit Atemnot glücklicherweise fast nie mehr vor, da bei einer totalen Thyreoidektomie (also einer Entfernung beider Drüsenlappen) der Eingriff auf der zweiten Seite erst in Angriff genommen wird, nachdem sich der Chirurg die Integrität des Nervens auf der Gegenseite überprüft hat. Die früher gefürchteten Nachblutungen nach Schilddrüsenoperationen haben durch die Verwendung moderner Gerätschaften zur Versiegelung der Gefässe heutzutage ihren Schrecken verloren. Typischerweise sind Schild- und Nebenschilddrüsenoperationen nur wenig schmerzhaft und Standard-Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen vollkommen ausreichend.


Bei gewissen Typen von Schilddrüsenkrebs wird je nach Stadium einige Wochen nach der Operation eine Therapie mit radioaktivem Jod notwendig (Radioiodtherapie). Die Indikationsstellung hierzu erfolgt am Schilddrüsentumorboard (interdisziplinäre Fallbesprechung) gemeinsam mit den Nuklearmediziner/-innen, welche diese Behandlung mit Radioiod auch durchführen, den Endokrinologinnen/Endokrinologen und den Pathologinnen/Pathologen.


Die Operationen bei Nebenschildrüsenüberfunktion (Parathyreoidektomie) erfolgen mit einer intraoperativen Kontrolle des Nebenschilddrüsenhormons (Parathormon). Ein adäquater Abfall dieses Hormons dient noch während der Operation als Erfolgskontrolle, wobei das Parathormon am Ende der Operation bereits wieder im Normbereich liegen sollte.

Nachsorge

Die Genesungszeit nach einer Thyreoidektomie oder Parathyreoidektomie benötigt typischerweise und je nach Ausdehnung der Operation 10-14 Tage. Bis zum Abschluss der Wundheilung nach einer Schild- oder Nebenschilddrüsenoperation werden wir Sie in unserer Sprechstunde begleiten. Dazu gehört auch eine nochmalige Laryngoskopie (Endoskopie, Kehlkopfspiegelung) zur Kontrolle der Stimmlippenbeweglichkeit. 


Bei gutartigen Schilddrüsenerkrankungen und nach chirurgischer Behandlung einer Schilddrüsen- oder Nebenschilddrüsenüberfunktion erfolgt die Nachsorge im Anschluss daran in erster Linie durch Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder durch Ihre Endokrinologin/Ihren Endokrinologen. Nicht nach allen Schilddrüsenoperationen ist eine Einnahme von Schilddrüsenhormonen notwendig: Nach einer Hemithyreoidektomie (Entfernung der halben Schilddrüse) besteht eine gute Chance, dass die Gegenseite eine ausreichende Hormonproduktion übernimmt. Nach einer totalen Thyreoidektomie ist aber immer eine Einnahme von Schilddrüsenhormonen notwendig.


Die Nachsorge nach Behandlung von Schilddrüsenkrebs erfolgt gemeinsam mit den hierauf ebenfalls spezialisierten Nuklearmediziner/-innen, den Endokrinologinnen/Endokrinologen und Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt.

Häufige Fragen

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